ANTI-TERROR KATZEN, TEIL I

Bewusst leben

ANTI-TERROR MAßNAHMEN IM ALLTAG…

Weil wir zur Zeit fast täglich schockiert werden von neuen Terror-nachrichten die drohen uns jegliches Vertrauen in der Menschheit zu nehmen, möchte ich 4-teilig meine Therapie fürs Überleben von
1. Physischer,
2. Politischer,
3. Moralischer, und
4. Mode Gräueltaten & Bedrohungen im Alltag bloggen.

Um sich bewusst gegen Gefahren zu wehren hat man sie frühzeitig zu ERKENNEN,

gut DURCHZUATMEN,

Bewusst leben
(Anti-Terror Aktion) 

 

und dann zu HANDELN

Beim Aufwachsen unter der Apartheits-Regime in Südafrika wurde mir in der Schule ganz selbstverständlich beigebracht wie man auf einen Angriff zu reagieren hat.

Da wurde nicht nur erzählt dass man sich unter Beschuss Richtung Feuer bewegen sollte und hinter einer tragenden Wand Deckung suchen sollte wenn man gerade keine Waffen dabei hatte, OH NEIN! Einige enthusiastischen Lehrer haben langweilige Mathematikstunde erheitert mit: „JETZT WIRD IHR ANGESCHOSSEN AUS RICHTUNG X, LOS!“ Nach so einer gestellten Ueberfall konnten wir dann ganz entspannt kalkulieren welcher Prozentsatz der Klasse im Ernstfall gefallen / verwundet wäre. So gehörte medizinische Verpflegung auch mal zur Mathestunde, und man ist lebenslänglcih auf das Unerwartete vorbereitet.

Meine Kindheitserinnerungen wurden auch geprägt durch schöne Plakate zur Hilfe Erkennung diverser Sprengstoffe und Gifte. Mit solchem Wissen geht man natürlich in der Pause die gewonnene Information nachspielen….

Zurück zur Frage: wie behalte ich, bewusst genießend, mein Vertrauen in der Menschheit?

Außer das Tragen von grenzüberschreitenden Schuhe, ist eine meiner Lieblings-anti-terror-Maßnahmen Friseurbesuche.

Mit Hilfe einer sehr kreativen Friseurin habe ich in Basel ein Haarstil entdeckt den ich bis zum Alter von ca. 110 tragen könnte. Für viele Frauen ist diese Entdeckung gleich eine kleine Portion Weltfrieden „TO GO“. Damit der Stil auch elegant bleibt gehe ich alle 6 Wochen zum Friseur.

So war ich Samstag in einem gemischten Salon wo Männer, Frauen und diverse nervösen Kinder auf einen Haarschnitt und/oder eine Gesichtshaarzähmung warteten. Das Prinzip so eines Salons funktioniert ganz einfach: man meldet sich beim Chef an und wartet bis die Gäste die schon vor Einem da waren glücklich frisiert ins Wochenende abtanzen. Das Gefühl, Teil einer Gruppe zu sein die sich vorübergehend freiwillig der Alltagshektik entzogen hat, entfernt jede kulturelle-, politische-, religiöse- und Geschlechtsunterschiedenheit. Als Nebenleistung darf man erholen vom Stress gesellschaftlicher Zwänge.

Im Hintergrund lief ein Radio mit, glückliche Kundschaft ringsherum bis die Nachrichten um Punkt 10:00 uns das wöchentliche Angebot an Terror noch mal Revue passieren ließ. Die eisige Stille der Hilflosigkeit dauerte an. Der freundliche Chef ging mit ernsthafter Miene vor der Tür mal eine rauchen. Kein Augenkontakt.

Ich fühlte mich Teil einer Trauerfeier, schrieb patetische Emails an Freunde….bis der mutige Chef, fürsorglich lächelnd, vom Rauchen motiviert, mich ernsthaft zum Friseurstuhl gesellte.

Meine Weltuntergangsstimmung wurde an diesem Tag von einer jungen mazedonischen Friseur mit offenem Messer der Vergangenheit gewidmet.

Wir können uns im Leben nicht viel aussuchen. Die Wahl eines Haarstils und welche Bekleidung man sich  auf der einmaligen Haut erlaubt bieten uns aber jeden Tag die Möglichkeit, einen kleinen, sichtbaren Anti-Terror Beitrag zu leisten.